event manager
Weiterbildung mit Diplom

Der Wunsch nach Professionalisierung wuchs nach und nach

Frau Kästli, Sie arbeiten als Sachbearbeiterin bei der Glas Trösch AG und absolvierten den Lehrgang zur diplomierten Eventmanagerin – wie passt das zusammen?

Ich bin schon ewig im Verein «Melodia Goldach» aktiv. Wir haben an uns den Anspruch gestellt, anders zu sein als die klassische Wald-und-Wiesen-Dorfmusik. In den vergangenen Jahren entwickelten wir regelrechte Unterhaltungsshows: zwei Abende pro Jahr mit je 300 Personen im Publikum, 50 Musikern auf der Bühne, dahinter Techniker, eine Moderation, ein Drehbuch, eine Regie… Ich begann den Wunsch zu spüren, mich in diese Richtung zu entwickeln.

Können Sie das Gelernte auch bei Ihrem Arbeitgeber anwenden??

Konkret umsetzen kann ich es jetzt nicht. Doch ich hoffe, dass sich etwas ergeben wird. Was ich durch den Lehrgang aber auf jeden Fall gewonnen habe, ist die Überzeugung, dass ein Quereinstieg machbar ist. Der Ausbildungserfolg ist zudem nicht abhängig vom Alter. Im Gegenteil: wer Lebenserfahrung mitbringt und schon grössere Projekte organisiert hat, ist im Vorteil. Deshalb kann ich mir auch vorstellen, in meine Professionalisierung im Bereich der Kommunikation zu investieren.

Was hat für den Lehrgang an der Akademie St.Gallen gesprochen?

Dass dieser sich sehr gut vereinbaren liess mit meinem übrigen Leben. Ich habe zwei Kinder, einen lieben Mann, ein Haus… da muss man zirkeln, sodass eine Weiterbildung hineinpasst. Mich beeindruckte, wie gut die Infoveranstaltung organisiert war. Zudem hat die Akademie sehr früh den ganzen Stundenplan veröffentlicht. Da habe ich erkannt, dass ich mich über die Ausbildungsdauer von sieben Monaten gut organisieren kann.

In der Weiterbildung haben Sie sich unter anderem auch mit der Dramaturgie von Events und dem kreativen Eventprozess befasst. Haben Sie eine Anleitung zum Kreativsein bekommen?

Ja, tatsächlich! Eine neue Brainstorming-Technik habe ich sofort angewendet. In einem Verein mit langjährigen Mitgliedern gibt es die gewisse Gefahr, bei der Ideensuche immer wieder auf das Gleiche zu stossen. Durch die neue Technik sind wir zu ganz anderen, spannenden Ideen gekommen.

War etwas im Unterricht für Sie schwierig?

Im Gegenteil: Ich habe mich plötzlich für Dinge interessiert, vor denen ich bisher Respekt hatte. Sponsoring beispielsweise hat mich extrem fasziniert. Auch da habe ich ein Konzept aus dem Unterricht gleich 1:1 umgesetzt. Unsere alte Tombola wurde durch ein Sponsoring-Konzept abgelöst. Wir erarbeiteten passende Partner, erstellten eine Dokumentation – alles nach Lehrbuch. Und wir waren damit sehr erfolgreich! Bei der Abschlussarbeit habe ich damit auch punkten können.

Welcher selbstorganisierte Event war bisher Ihr aufregendster?

Eine unserer Shows hiess «All you need is Love». Leute aus dem Publikum kamen auf die Bühne und überraschten ihre Liebsten. Da ging es vom einfachen «Dankeschön» über Jubiläen und Liebeserklärungen sogar bis zum Heiratsantrag. Natürlich wurde das intensiv vorbereitet. Einer der Teilnehmenden sagte: «Wenn meine Frau denkt, ich hätte eine Affäre, weil ich so oft abends weg bin, dann seid ihr schuld!»

Als Eventmanagerin muss man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Wie gehen Sie mit bösen Überraschungen um?

Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren. Über die Jahre beginnt man, ein Köfferchen mit Material zusammenzustellen, um im Notfall gleich Hand anlegen zu können. Im Lehrgang habe ich gelernt, dass man sehr viel im Voraus organisieren muss – und kann! Chaotentum ist nicht angesagt, sondern Ruhe bewahren und mit dem Kopf arbeiten.

Passion Inside! Im Gespräch mit Ihnen wurde klar, dass Ihre grosse Passion die «Melodia Goldach» ist. Was wärmt davon abgesehen Ihr Herz?

In der Coronazeit gestalten wir in der Familie unsere sozialen Kontakte sehr bewusst – über FaceTime. Wir haben eine Liste mit Namen erstellt, und beim Abendessen rufen wir jeweils jemanden an. Die meisten freuten sich total über diese Überraschung, und manchmal entstanden gemeinsame virtuelle Abendessen daraus.

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