Die Weiterbildung ist die Brücke in die Zukunft

David Gsell, Sie sind 26 Jahre jung und haben Ihre berufliche Karriere mit einer Lehre als Detailhandelsfachmann bei der Post gestartet – heute sind Sie Privatkundenberater bei einer renommierten Bank. Haben Sie das so geplant?

Überhaupt nicht. Mit dreizehn wusste ich nicht recht, was ich lernen wollte. Die Postlehre erschien mir als vielseitig und als gute Basis fürs Berufsleben. Tatsächlich hat sie mir Einblick in viele verschiedene Bereiche geboten: Paket- und Briefpost, Schalterdienst, Telekommunikation und Finanzwesen. Der Finanzbereich faszinierte mich von Anfang an. Nach meinem ersten Berufsjahr gelang mir der Wechsel in eine Bank. Seither fühle ich mich genau am richtigen Ort.

Sie arbeiten aktuell 100 Prozent und absolvieren parallel dazu eine anspruchsvolle Weiterbildung an der HFW zum dipl. Betriebswirtschafter HF. Was hilft Ihnen dabei, dieses beachtliche Pensum zu bewältigen?

Mich treibt vor allem der Wille an, diesen Abschluss zu erreichen. Doch ganz klar braucht es auch Durchhaltevermögen, viel Fleiss und die Bereitschaft, einen Teil der Freizeit zu opfern. Wenn Prüfungen anstehen, wird es wirklich viel. Ein wesentlicher Unterschied zur Schule von früher hilft mir aber sehr: Diese Weiterbildung ist keine Pflichtveranstaltung. Ich muss nicht lernen – ich darf. Inzwischen fällt es mir immer leichter, mich zu motivieren – schliesslich sind bereits vier von sechs Semestern überstanden.

Aber falls Ihnen Weiterbildung und Beruf doch einmal über den Kopf wachsen – wie motivieren Sie sich dann fürs Lernen? Kennen Sie einen Geheimtrick?

Es klingt vielleicht seltsam – aber meistens genügt es, einfach hinzugehen. Der Unterricht ist spannend, die Vielfalt der Dozierenden schlicht cool. Jeder ist ein Experte, der für sein Fach brennt. Das macht Lust, Fragen zu stellen und sich an Diskussionen zu beteiligen. Wir sind eine grossartige Klasse: allesamt Banker mit demselben beruflichen Hintergrund. Jeder weiss genau, worüber der andere redet. Überaus motivierend ist es auch, zu erleben, dass wir das alle gemeinsam meistern, dass keiner allein ist.

Das hört sich toll an! Und die Weiterbildung bringt Ihnen sicherlich jetzt bereits etwas im beruflichen Alltag, oder?

David Gsell, Weiterbildung zum dipl. Betriebswirtschafter HF

Ja, mein Fachwissen ist extrem gestiegen. Heute kann ich vieles im Kundenkontakt selber beantworten, während ich früher Experten fragen musste. Auch in meiner Rolle als Praxisausbildner, etwa in Gesprächen mit den Lernenden, habe ich viel gewonnen.

Was war bisher Ihre grösste Herausforderung (Beruf oder Schule) und womit haben Sie den Erfolg gefeiert?

Mein grösster Sprung war sicherlich der Wechsel von der Post auf die Bank. Die Anfangszeit in der Bank war sehr anspruchsvoll. Zwar hatte ich auch auf der Post mit Konten und Karten zu tun – letztlich war das aber überhaupt nicht vergleichbar. Ich habe extrem viel lernen müssen, um schnell in den Alltag des Bankers hineinzuwachsen. Allerdings gab es da keinen Moment, in dem ich dachte: „Jetzt bin ich angekommen“ und dieses Ankommen hätte feiern können. Es war eher ein fliessender Übergang, in dem es ständig und täglich Neues zu lernen gab. Aber ich lerne heute noch täglich Neues – das macht den Beruf so spannend.

Passion Inside! Wofür können Sie sich privat am meisten begeistern?

Ganz klar für Fussball! Aktiv spiele ich im FC Montlingen, in der dritten Mannschaft. Als FC-St.Gallen-Fan besitze ich ein Saisonabo und verbringe viel Zeit als Zuschauer auf dem Fussballplatz. Einerseits begeistert mich der sportliche Teil, da mir Fussballspielen einen riesigen Spass bereitet und ich so auch in Bewegung bleibe. Andererseits mag ich all das, was vor und nach einem Match passiert: Der Ehrgeiz davor, der Zusammenhalt im Spiel, das Zusammensitzen danach. Egal, ob wir selbst spielen oder als Fans dabei sind – da besteht eine schöne Kameradschaft. Manchmal kommt es mir vor, als sei sie sogar wichtiger als das Spiel selbst.

Ein gutes Team – ist Ihnen das auch im Beruf wichtig?

Ja, unbedingt! Ein Unternehmen kann nur bestehen, wenn gute Teams dahinterstehen. Ich denke, im Arbeitsleben sollte man kein Einzelkämpfer sein. Es ist wichtig, an gemeinsamen Anlässen teilzunehmen oder sogar selbst solche zu organisieren. Im Privaten wie im Beruf ist mir ein gutes Umfeld sehr wichtig. So wichtig, dass ich mich gerne dafür einsetze und es auch pflege.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge
Ein Gericht – viele Zutaten