Rechnungswesen ist überhaupt nicht trocken, oder?

Markus Zäch. Lehrgänge Rechnungswesen, Treuhand und Finanzen

Ist Rechnungswesen wirklich engstirnig und langweilig?

Klar doch! Das Klischee hält sich schon über Generationen hartnäckig. Und alle, die das Fach in ihrer Grundausbildung nicht gemocht haben, sehen das natürlich auch so. Aber Rechnungswesen ist nicht Rechnungswesen – der Fachbereich und damit auch die unterschiedlichen Tätigkeiten im Finanz- und Rechnungswesen sind sehr vielfältig. Da haben wir das Debitoren- und Kreditorenmanagement, dessen professionelle Führung sowohl für grosse wie auch für kleinere Firmen überlebenswichtig ist. Auch ist ein funk-tionierendes Rechnungswesen immer noch eines der wichtigsten Führungsinstrumente für die Geschäftsleitung. Aber zurück zu Ihrer Frage: Rechnungswesen ist nicht engstirnig aber klar strukturiert und standardisiert. Weil viele Geschäftsfälle und Buchungen wiederkehrend sind, könnte man es als langweilig bezeichnen. Aber es gibt auch im Finanz- und Rechnungswesen nach wie vor viel Handlungsspielraum für Optimierungen. Und der Aufbau des Rechnungswesens ist letztlich auch immer abhängig vom Kerngeschäft und von der gewählten Firmenstruktur. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es gut ausgebildete Fachleute.

Macht die Digitalisierung Jobs im Rechnungswesen überflüssig?

Die Kernaufgaben von Finanzbuchhaltern, Treuhändern und Controllern verändern sich – auch durch die Digitalisierung. Das ist richtig. Es gilt, Trends und Techniksprünge zu erkennen und mögliche Konsequenzen für das eigene Rechnungswesen nachzuvollziehen. Beispielsweise spielt die Visualisierung von Daten und Informationen eine immer wichtigere Rolle. Unsere Lehrgänge greifen solche Entwicklungen auf und vermitteln das Grundwissen für die neuen Anforderungen in der Berufswelt. Wer nach einer fundierten Grundausbildung den Einstieg in die Finanzwelt sucht oder eine neue, anspruchsvollere Aufgabe darin übernehmen möchte, erhält damit eine solide Vorbereitung auf die angesprochenen neuen Realitäten im Berufsalltag. Die Digitalisierung macht somit den Beruf des «Buchhalters», «Treuhänders» oder des «Controllers» keineswegs überflüssig sondern viel mehr anspruchsvoller. Denn die Übernahme von Standardprozessen durch intelligente Systeme schafft Freiräume für die Aufbereitung und Auswertung von Daten zugunsten der Geschäftsleitung.

Verändert sich dadurch der Berufsalltag?

Absolut! Wer im Rechnungswesen kompetent ist, erhält nicht nur einen Überblick über das gesamte Unternehmen und seine Prozesse, respektive versteht, wie eine Organisation aufgebaut ist und funktioniert. Wer in seiner Funktion über Erträge und Aufwände sowie über Vermögen und Verpflichtungen Transparenz schafft, entwickelt sich auch zu einem unabkömmlichen Leistungsträger in einem Unternehmen.

Gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten?

Ja. Wir unterscheiden grundsätzlich drei Stufen. Die erste Stufe orientiert sich an den beruflichen Anforderungen einer Sachbearbeiterin bzw. eines Sachbearbeiters im Rechnungswesen. Diese Lehrgänge eignen sich besonders für jüngere Menschen oder für Wiedereinsteiger/innen. Die zweite Ausbildungsstufe führt zum eidg. Fachausweis. Einige Jahre Berufserfahrung werden hier vorausgesetzt. Die dritte Stufe entspricht dem Expertenniveau. Diese Lehrgänge bewegen sich auf Kaderstufe und die Absolventen können sich durchaus mit Hochschulabgängern messen. Abhängig von der Vorbildung, der aktuellen und künftigen beruflichen Funktion im Finanz- und Rechnungswesen wie auch von der Berufserfahrung klären wir den optimalen Einstieg im Rahmen eines Beratungsgesprächs ab. Das ist für uns ganz wichtig und erfolgt neutral.

Warum gilt die Akademie in der Ostschweiz für Finanz- und Rechnungswesen als erste Adresse?

Da müssten Sie unsere Absolventen fragen. Ich denke, dass unsere langjährige Erfahrung, das ausgeklügelte Ausbildungskonzept und natürlich unsere Dozierenden, die alle über langjährige Praxiserfahrung verfügen, den Unterschied ausmachen. Zudem ist es uns auch wichtig, die Studierenden zu motivieren, anzutreiben und bei Herausforderungen auch gezielt zu unterstützen, weshalb wir trotz mittlerweile beachtlicher Absolventenzahlen den persönlichen Kontakt pflegen.

Zahlt sich so ein Studium am Ende wirklich aus?

Zugegeben, eine mehrjährige nebenberufliche Weiterbildung ist zumindest teilweise eine Durststrecke. Fast alle unsere Absolventen berichten aber, dass sie von der Weiterbildung und dem Abschluss direkt profitieren konnten – und sie es sogar als Privileg empfinden, die mit der Weiterbildung verbundenen Erfahrungen gemacht zu haben. Es ist nicht allein der Erwerb des Fachwissens oder das höhere Gehalt sondern auch die persönliche Entwicklung und der Austausch unter den Teilnehmenden, der oftmals noch lange nach dem Abschluss weitergeführt wird.

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